Hawthorne-Effekt

(Die Originalquelle findet man hier: http://techchannel.att.com/play-video.cfm/2011/11/28/AT&T-Archives-The-Year-They-Discovered-People. Die youtube-Versionen sind zum Teil geschnitten.)

Das Video zeigt wichtige Etappen der sogenannten Hawthorne-Experimente.

Hartnäckig hält sich der Hawthorne-Mythos – dass soziale Zuwendung starke Motivations- und Leistungseffekte hat – in Lehrbüchern des Personalmanagements und der A&O-Psychologie. Warum eigentlich? (vgl. hierzu bereits Kieser 1993: 107-111; Kompier 2006). Auf der AT&T-Webseite heißt es:

“What’s known as the “Hawthorne Effect” has recently come under scrutiny. In 2009, economists Steven Levitt and John List published a paper discounting those original findings — but they don’t discount the fact that the Hawthorne experiments opened up huge possibilities for worker research for the next 80 years.” (Quelle: AT&T)

Allerdings waren Levitt und List (2009) keineswegs die ersten, die mit Hilfe von statistischen Reanalysen gezeigt haben, dass der Hawthorne-Effekt mit den Daten des Experiments nicht nachzuweisen  ist (was nicht bedeutet, dass die Hypothesen falsch sein müssen, nur stützen die Daten des Hawthorne-Experiments die Hypothese nicht).  Levitt und List nennen selbst u.a. den Beitrag von Jones (1992), der bereits eine ähnliche Analyse vorgenommen hat. Levitt und List haben ihren Angaben zufolge aus den Archivdaten jedoch einen anderen Datensatz als Jones und andere Autoren konstruriert und verwendet.

Ent-täuscht wird der Hawthorne-Mythos ebenfalls bereits in der ersten Auflage des Organisationstheorie-Buches von Alfred Kieser (1993: 107-111).

Literatur:

  • Jones, S.R.G. (1992): Was there a Hawthorne effect?. In: The American Journal of Sociology, 98(3): 451-468.
  • Kieser, A. (1993): Human Relations-Bewegung und Organisationspsychologie. In: Kieser, A. (Hg.): Organisationstheorien, Stuttgart u.a.: 95-126.
  • Kompier, M. AJ (2006): The “Hawthorne effect” is a myth, but what keeps the story going?. In: Scandinavian journal of work, environment & health: 402-412.
  • Levitt, S. D., & List, J. A. (2009): Was there really a Hawthorne effect at the Hawthorne plant? An analysis of the original illumination experiments (Working paper No. w15016). National Bureau of Economic Research.

Silly job interview

“You know I really enjoy interviewing applicants for this management training course.” (Quelle: http://www.montypython.net/scripts/sillyjob.php)

Das Video zeigt wichtige Elemente von Personalauswahl-Interviews. (Ich habe es ausprobiert in einer Vorlesung über Personalmanagement zum Thema Personalauswahl, war mir aber nicht sicher, ob die Studierenden es witzig fanden und ob tatsächlich ein Lerneffekt entstanden ist. Es wäre schön, wenn andere, die das Video einsetzen, ihre Erfahrungen in einem Kommentar schildern könnten.)

Affen sind auch nur Menschen – sie wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Was geschieht, wenn man zwei Affen für dieselbe Aufgabe unterschiedlich entlohnt?

Was würde die Equity-Theorie (Adams, J. Stacy (1965): Inequity in social exchange. In: L. Berkowitz (Hg.): Advances in Experimental Social Psychology, Bd. 2. New York: Academic Press., S. 267–299) prognostizieren, wenn Menschen für dieselbe Leistung unterschiedlich entlohnt werden? Zunächst einmal würde ein Gefühl der Ungerechtigkeit entstehen, Unzufriedenheit und eine Verhaltenstendenz, diese Unzufriedenheit zu reduzieren. Adams diskutiert unterschiedliche Möglichkeiten, die Menschen ergreifen, um die Unzufriedenheit zu reduzieren, und auch, wovon es abhängt, auf welche Weise man dies tut. Die Forderung nach “gleichem Lohn für gleiche Arbeit” ist eine Reaktionsmöglichkeit. Andere Möglichkeiten bestehen etwa darin, dass wir uns einreden, dass die Ungerechtigkeit eigentlich keine sei. Menschen sind recht erfinderisch, sich Ungerechtigkeiten “wegzuerklären”. Etwa so: Vielleicht hat die Vergleichsperson doch mehr geleistet? Oder ich selbst “eigentlich” doch weniger geleistet?

Das schöne Video ist ein Ausschnitt aus einer sehr sehenswerten, längeren Präsentation von Frans de Waal. Es zeigt anschaulich, wie unsere “engsten Verwandten”  spontan auf Ungerechtigkeit reagieren – wie wir. Wir verstehen sofort, wie der Affe sich fühlt, wie er verfügen wir über die Fähigkeit zur Empathie. (Eine interessante Frage ist, ob Affen in der Lage sind, kognitive Manipulationen vorzunehmen, um sich Ungerechtigkeit wegzuerklären und sie besser zu ertragen. Ich vermute, dass Affen das wenigstens ansatzweise können.) Frans de Waal meint:

“Ich betrachte Menschen als Tiere. Sie mögen komplizierte Tiere sein, aber bei Veranlagungen, die wir mit vielen anderen Tieren teilen – Wettbewerbsstreben, Dominanz, Empathie, Altruismus, Territorialität -, ist schwer vorstellbar, dass sie nichts mit unserer Evolution zu tun haben sollen.” (Quelle: Frans de Waal in einem Interview; http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/verhaltensforscher-frans-de-waal-wir-sind-sehr-soziale-tiere-11107054.html)

(I found the link to the video in a post on Adbusters.org; thanks for that.) (Der obige Blog-Beitrag wurde auch auf dem Blog “Employmentrelations” gepostet.)

Textbooks for Critical Management and Organisation Teaching

In the following a small collection of textbooks. As they are all written in English language, I decided to provide an English summary as well:

Fiona Wilson (2013) Organizational Behaviour and Work: A Critical Introduction [Paperback], Oxford University Press (fourth edition)

This book is fairly easy to read and to comprehend. Fiona Wilson did a great job raising numerous aspects beyond the traditional Organisational Behaviour knowledge, such as the view from above (i.e. what managers actually do), the view from below (i.e. the meaning of work) in addition to the chapter on the rationality of management. The books pays particular attention to aspects around gender, age, race and ethnicity, all of them being neglected in more traditional management textbooks

David Knights & Hugh Willmott (2012) Introducing Organizational Behaviour and Management [Paperback], 2nd edition, Cengage Learning

A very comprehensive book that is particularly useful in case you have loads of time in your course. Different authors wrote the chapters. Some of the chapters may be difficult to understand.

Martin J. Corbett (1994) Critical Cases in Organisational Behaviour. Macmillan (reprinted 2003)

Some may argue that this is rather outdated stuff. No, it isn’t! The topics addressed in the cases are still up-to-date and I mean there must be reason why Macmillan decided for a reprint in 2003.

Suzette Dyer, Maria Humphries, Dale Fitzgibbons & Fiona Hurd (2014) Understanding Management Critically. A Student Text, Sage

The authors address topics such as organisational structures, work, politics and power, gender, race and leadership. In chapter 2 the authors provide an overview of influential thinkers and the critical discourse. Although, some may argue that this is done in a somewhat superficial way, I believe this chapter has the potential to introduce the students to the variety of thoughts present in critical management and organisation studies.