A classroom exercise: “How to think like a neoliberal…”

Kean Birch reflects on a classroom exercise introducing students to the reach of market-driven actions in everyday life. He finds the exercise is also helpful for his own engagement with an intellectual tradition with which he disagrees. According to Hayek, Friedman and Becker, every decision and choice can be conceived as a market decision. But in the process of negotiating and renegotiating every action in life, we end up entangled in an impossibly complex arrangement.

Most years I teach a course on neoliberalism. I end the first class with a game in which I auction off the course grades to the students. First, I offer A-grades to the top 20% of bidders, B-grades to the next 20%, C-grades to the next 40%, and fails to the bottom 20%. Then I split the auction into two rounds to provide students with some chance to spread their bets. For each round I ask them to write down, secretly, their bids. Finally, I reveal the winners and losers. There is one proviso to all this, however, students can only use the cold, hard cash they have in their pockets to make their bids. Of course, I don’t actually sell students their grades, but rather use this mock auction as a way to show how markets can – and often do – work, even in unusual circumstances.My aim, in getting students to bid for their grades, is to show how we can create markets for everything and anything in life; for education, for work, for relationships, for crime, etc., etc., etc. We can, literally, find ways to sell anything, if only we think hard enough about it – and we have to remember many people are thinking hard about just these sorts of things.” Source: Impact of Social Sciences – How to think like a neoliberal: Can every decision and choice really be conceived as a market decision?

The article was originally posted here: http://discoversociety.org/2015/07/01/how-to-think-like-a-neoliberal/. The discussion on the post is also very interesting. One of the comments says: “Get you econ 101 straight and then write about markets.”

I think, this interesting classroom exercise could be also be modified: We could simulate to auction off the enrollment to classes. Question: Wouldn’t such a bidding process guarantee an efficient allocation of scarce resources?  Why (not)?

(Picture; description and source: Friedrich August von Hayek, Professor of Economic Science at LSE, 27th January 1981, see also here.)

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Film Festival “Corporate Bodies” in Den Haag, 11-13th February

Showing films during class makes organizational life more tangible. Films give us catchy images, situations and dialogues to illustrate organizational theory and management and open up space for critical discussion. Furthermore, films can also be analyzed as cultural artifacts that tell us about current societal understandings of organizations. This makes them a valuable resource for teaching that moves beyond cognitive learning. Good films make us feel something about the characters we watch. We suffer with them, we laugh with or about them, we are disgusted by them and so forth. In an educational context, this capacity of films can enable an affective and emotional learning and thus create a more holistic learning experience.

Some fresh inspiration for using films in teaching can be found here: The film festival “Corporate Bodies: Where Film Meets Organization”, taking place on 11-13th February in Den Haag, aims to shed new light on the relation between organization and film. It offers not only an extensive film programme, but also various interesting speakers.

Wissenstest Arbeitsbeziehungen

Viele Jahre habe ich eine Veranstaltung gelehrt mit dem Titel “Arbeitsbeziehungen”, später dann “Arbeitspolitik”. Man hätte den Kurs auch als “Employment Relations” oder “Industrial Relations” bezeichnen können.

Um die Studierenden zu motivieren, habe ich jeweils zu Beginn des Kurses einen Wissenstest durchgeführt. Dabei kam es mir darauf an, den Studierenden wichtige Wissenslücken aufzuzeigen in einem auch (oder gar: vor allem?) für Studierende der Wirtschaftswissenschaften wesentlichen Politikfeld, zu dem auch die betriebliche Areana zählt.

Die Wissenslücken waren immer erheblich. Das ist einerseits ein Argument für die Notwendigkeit des Kurses, andererseits hat mich das geringe Wissen z.B. über die Akteure der  Arbeitsbeziehungen, über Rechte der Arbeitnehmer oder die Institutionen der Mitbestimmung erschreckt. Zur Allgemeinbildung scheint entsprechendes Wissen nicht zu gehören, in den Schulen wird es offenbar nicht oder nicht ausreichend vermittelt, im Studium erst recht nicht. (In der Ökonomik wird ja oft ein soziales Vakuum unterstellt, Institutionen werden bestenfalls als marktstörende Elemente behandelt. Die Betriebswirtschaftslehre ist zwar weniger theorie- und werthomogen als die Volkswirtschaftslehre, nimmt gleichwohl überwiegend unreflektiert eine Kapitalverwertungsperspektive ein. Arbeitsbeziehungen werden allerdings nicht einmal aus dieser einseitigen Perspektive betrachtet.)

Der Wissenstest umfasst die folgenden Fragen:

1.     Wer kann Tarifverträge abschließen?
a) Eine Gewerkschaft mit einem Arbeitgeberverband
b) Eine Gewerkschaft mit einem Betrieb
c) Der Betriebsrat mit der Betriebsleitung
2.     Für wen gilt ein Tarifvertrag (z.B. der Metall-Tarifvertrag)?
a) Für alle Betriebe in der Metallindustrie
b) Nur für die großen Betriebe in der Metallindustrie
c) Für Betriebe, die Mitglied des tarifabschließenden Arbeitgeberverbandes sind
d) Für alle Arbeitnehmer in einem metalltarifgebundenen Betrieb
3.     Ein Betriebsrat ist gesetzlich vorgeschrieben in Betrieben mit mindestens fünf ständigen wahlberechtigten Arbeitnehmern, von denen drei wählbar sind.
4.     Wenn ein Betriebsrat einer Kündigung widerspricht, kann dem betreffenden Arbeitnehmer nicht gekündigt werden.
5.     In Betriebsräten sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten.
6.     Der Anteil von Betrieben mit Betriebsrat hat in den letzten Jahren zugenommen.
7.     In Deutschland wird mehr gestreikt als in den meisten anderen EU-Ländern.
8.     In Deutschland wird mehr gestreikt als in den USA.
9.     Streiks gegen die „Hartz IV“-Gesetze sind verboten.
10.  Es ist zulässig, als Einstellungsvoraussetzung die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft zu verlangen.
11.  Die Mitbestimmung durch den Betriebsrat hat positive ökonomische Folgen.
12.  Die Unternehmensmitbestimmung hat negative ökonomische Folgen.
13.  Die Gesetzgebung über die Unternehmensmitbestimmung schreibt vor, dass die Hälfte des Vorstandes einer Aktiengesellschaft mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden muss.
14.  Die Gesetzgebung über die Unternehmensmitbestimmung schreibt vor, dass die Hälfte des Vorstandes einer Aktiengesellschaft mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden kann.
15.  Mehr als drei Viertel aller Betriebe in Deutschland sind an einen Verbandstarifvertrag gebunden.
16.  Der gewerkschaftliche Organisationsgrad in Deutschland beträgt mehr als 50 Prozent.

 

Zur Bepunktung: Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt, für jede falsche Antwort wird ein Punkt abgezogen. Für die Antwort „Weiß nicht“ erhält man keinen Punkt, es wird aber auch kein Punkt abgezogen.

Der Test kann hier im Word-Format zur freien Verwendung (copyleft) heruntergeladen werden.

„Die feinen Unterschiede“ – Pierre Bourdieu erläutert seine Sozialtheorie

In einem sehr interessanten Interview in einer Dokumentation des Hessischen Rundfunks aus dem Jahre 1981 erläutert Pierre Bourdieu seine Theorie bzw. Theorielemente, die er in seinem Buch „Die feinen Unterschiede“ entwickelt hat (Bourdieu, Pierre (1991): Die feinen Unterschiede. Frankfurt/M.: Suhrkamp, französischsprachiges Original 1979 bzw. deutschsprachiges 1982). Er klärt u.a., was er mit Habitus meint und legt seine Theorie der „Kapitalsorten“ dar.

Der etwas mehr als 40 Minuten lange Beitrag des Hessischen Rundfunks ist im besten Sinne altmodisch – er bleibt bei seinem Thema, auf die heute oftmals verwendeten, unnötigen und ablenkenden Animationen wird verzichtet, die Erläuterungen des Sprechers sind präzise. Fernsehen ist eben doch nicht dazu gezwungen, zur „Blödmaschine“ (Metz, Markus; Seeßlen, Georg (2012): Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität. Berlin: Suhrkamp) zu verkommen.

(Der Beitrag ist auch auf www.employmentrelations.wordpress.com veröffentlicht.)

Macht und Veränderung

In seinem kürzlich veröffentlichten Blogeintrag äußert sich Jeffrey Pfeffer wieder einmal zu Machtfragen. Er nimmt eine recht skeptische Haltung gegenüber der in 2015 proklamierten „New Power”-Idee ein und argumentiert, dass hinter der Idee von Transparenz, Partizipation und Offenheit viel Rhetorik, dafür aber wenig Realität steckt. In seiner Analyse, die gut innerhalb kritisch orientierter Managementlehre eingesetzt werden kann, tangiert er sowohl die politische als auch die Unternehmenssphäre. Seine vielen Beispiele zeigen, dass „Old Power“ immer noch die Regel ist, und dass Veränderungen hin zu einer besseren Welt einen machtvollen Wandel bedürfen.

Hier geht es zu Jeffrey Pfeffers Blogeintrag: https://www.goodreads.com/author_blog_posts/9629516-in-2015-old-power-triumphed-over-new-power-again-and-again