“Occupy Management” als Lehrbuch?

Kostera, M. (2014): Occupy Management! Inspirations and Ideas for Self-Organization and Self-Management. Oxford: Routledge.

Ein klassisches Lehrbuch, das sich von vorne nach hinten durcharbeiten lässt und überblicksartig den Stand der Forschung darstellt, ist das von Kostera vorgelegte Buch “Occupy Management! Inspirations and Ideas for Self-Organization and Self-Management“ sicher nicht. Viel mehr collagiert die Autorin vergangene und aktuelle Entwicklungen der Organisationsforschung mit Beispielen aus Aktivismus, Kunst und Literatur. Diese verwebt sie mit einer fast poetisch anmutenden Sprache zu einem Text, der leichtfüßig und inspiriert formuliert, wie Management im Sinne einer anderen, „besseren“ Welt umgemünzt werden kann. Kostera strukturiert ihr Argument nach Fayols klassischen Managementfunktionen Planning, Organizing, Motivating und Controlling, zeigt aber, wie diese auch ganz anders verstanden, illustriert und eingesetzt werden können als derzeit im Gros der Managementlehre propagiert. Kostera schreibt persönlich und engagiert – ein Duktus der mancher/m Forschenden und Lernenden zu unwissenschaftlich scheinen mag. Diese Irritation kann aber eine produktive sein und dazu anregen, eigene Annahmen über Management und das Schreiben über Management zu hinterfragen.

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