Filme und TV-Serien über Arbeit

[modifiziert übernommen von Kritische Organisationsforschung]

In seinem instruktiven Beitrag „>Arbeit< diskursanalytisch in den Blick nehmen. Das Promotionskolleg ‚Die Arbeit und ihre Subjekte – Mediale Diskursivierungen von Arbeit seit 1960′“ in der Zeitschrift für Diskursforschung verweist Rolf Parr (Universität Duisburg-Essen) auf eine Reihe von Filmen und Serien seit den 1970er Jahren, welche Arbeit in unterschiedlicher Weise ‚in den Blick nehmen‘.

Der Einsatz von Filmen über Arbeitsverhältnisse und Arbeitskämpfe in der Lehre eröffnet sowohl einen Blick auf historische Veränderungen und Kontinuitäten von Arbeit, auf globale Arbeitsverhältnisse und die politische Ökonomie der Organisation von Arbeit als auch deren kritische Reflexion durch das Medium Film. All dies kann helfen, heutige Selbstverständlichkeiten bezogen auf die Zumutungen der Arbeitswelt zu hinterfragen.

Hier die genannten Titel in alphabetischer Reihenfolge (danke an Rolf Parr für die Erlaubnis, diese Liste hier wiederzugeben):

  • „Acht Stunden sind kein Tag“ (R.W. Fassbinder, BRD 1972-1973)
  • „Arbeiter verlassen die Fabrik“ (H. Farocki, BRD 1995)
  • „Brassed off“ (M. Herman, GB/USA 1996)
  • „Freigestellt. Die Zukunft der Arbeit in Zeiten des Überflusses.“ (C. Stigel, BRD 2012)
  • „Frohes Schaffen. Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral“ (K. Faigle, BRD 2012)
  • „Hände weg vom Interessenausgleich“ (Arbeit und Film (AUF), BRD 1978)
  • „Hat er Arbeit?“ (K. Wessels, BRD 2001)
  • „Jede Menge Kohle“ (A. Winckelmann, BRD 1981)
  • „Lichter“ (H.C. Schmid, BRD 2003)
  • „Mit Schlips und Kragen“ (Arbeit und Film (AUF), BRD 1981)
  • „Out of Darkness: The Mine Worker’s Story“ (B. Kopple/B. Davies, USA 1990)
  • „Prinzessinnenbad“ (B. Blümner, BRD 2007)
  • „Riff-Raff“ (K. Loach, GB 1991)
  • „Roger & Me“ (M. Moore, USA 1989)
  • „Rosetta“ (J.-P. und L Dardenne, BE/F 1998)
  • „The Wire“ (USA 2002-2008)
  • „Union Maids“ (J. Klein/J. Reichert/M. Mogulescu, USA 1976)
  • „Wohin? Angestellte und Arbeiter im Kampf um die Sicherung ihrer Arbeitsplätze“ (Arbeit und Film (AUF), BRD 1979)
  • „Work hard, Play hard“ (C. Losmann, BRD 2012)
  • „Yella“ (C. Petzold, BRD 2007)
  • „Working Stiffs“ (Fernsehserie, USA 1979)

Wissenstest Arbeitsbeziehungen

Viele Jahre habe ich eine Veranstaltung gelehrt mit dem Titel “Arbeitsbeziehungen”, später dann “Arbeitspolitik”. Man hätte den Kurs auch als “Employment Relations” oder “Industrial Relations” bezeichnen können.

Um die Studierenden zu motivieren, habe ich jeweils zu Beginn des Kurses einen Wissenstest durchgeführt. Dabei kam es mir darauf an, den Studierenden wichtige Wissenslücken aufzuzeigen in einem auch (oder gar: vor allem?) für Studierende der Wirtschaftswissenschaften wesentlichen Politikfeld, zu dem auch die betriebliche Areana zählt.

Die Wissenslücken waren immer erheblich. Das ist einerseits ein Argument für die Notwendigkeit des Kurses, andererseits hat mich das geringe Wissen z.B. über die Akteure der  Arbeitsbeziehungen, über Rechte der Arbeitnehmer oder die Institutionen der Mitbestimmung erschreckt. Zur Allgemeinbildung scheint entsprechendes Wissen nicht zu gehören, in den Schulen wird es offenbar nicht oder nicht ausreichend vermittelt, im Studium erst recht nicht. (In der Ökonomik wird ja oft ein soziales Vakuum unterstellt, Institutionen werden bestenfalls als marktstörende Elemente behandelt. Die Betriebswirtschaftslehre ist zwar weniger theorie- und werthomogen als die Volkswirtschaftslehre, nimmt gleichwohl überwiegend unreflektiert eine Kapitalverwertungsperspektive ein. Arbeitsbeziehungen werden allerdings nicht einmal aus dieser einseitigen Perspektive betrachtet.)

Der Wissenstest umfasst die folgenden Fragen:

1.     Wer kann Tarifverträge abschließen?
a) Eine Gewerkschaft mit einem Arbeitgeberverband
b) Eine Gewerkschaft mit einem Betrieb
c) Der Betriebsrat mit der Betriebsleitung
2.     Für wen gilt ein Tarifvertrag (z.B. der Metall-Tarifvertrag)?
a) Für alle Betriebe in der Metallindustrie
b) Nur für die großen Betriebe in der Metallindustrie
c) Für Betriebe, die Mitglied des tarifabschließenden Arbeitgeberverbandes sind
d) Für alle Arbeitnehmer in einem metalltarifgebundenen Betrieb
3.     Ein Betriebsrat ist gesetzlich vorgeschrieben in Betrieben mit mindestens fünf ständigen wahlberechtigten Arbeitnehmern, von denen drei wählbar sind.
4.     Wenn ein Betriebsrat einer Kündigung widerspricht, kann dem betreffenden Arbeitnehmer nicht gekündigt werden.
5.     In Betriebsräten sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten.
6.     Der Anteil von Betrieben mit Betriebsrat hat in den letzten Jahren zugenommen.
7.     In Deutschland wird mehr gestreikt als in den meisten anderen EU-Ländern.
8.     In Deutschland wird mehr gestreikt als in den USA.
9.     Streiks gegen die „Hartz IV“-Gesetze sind verboten.
10.  Es ist zulässig, als Einstellungsvoraussetzung die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft zu verlangen.
11.  Die Mitbestimmung durch den Betriebsrat hat positive ökonomische Folgen.
12.  Die Unternehmensmitbestimmung hat negative ökonomische Folgen.
13.  Die Gesetzgebung über die Unternehmensmitbestimmung schreibt vor, dass die Hälfte des Vorstandes einer Aktiengesellschaft mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden muss.
14.  Die Gesetzgebung über die Unternehmensmitbestimmung schreibt vor, dass die Hälfte des Vorstandes einer Aktiengesellschaft mit Arbeitnehmervertretern besetzt werden kann.
15.  Mehr als drei Viertel aller Betriebe in Deutschland sind an einen Verbandstarifvertrag gebunden.
16.  Der gewerkschaftliche Organisationsgrad in Deutschland beträgt mehr als 50 Prozent.

 

Zur Bepunktung: Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt, für jede falsche Antwort wird ein Punkt abgezogen. Für die Antwort „Weiß nicht“ erhält man keinen Punkt, es wird aber auch kein Punkt abgezogen.

Der Test kann hier im Word-Format zur freien Verwendung (copyleft) heruntergeladen werden.